Artikel-Schlagworte: „Wünsche“

Gibt´s da auch Pommes?

Sonntag, 28. März 2010

Seit einiger Zeit ist es unser größter Traum und fester Plan mit unseren zwei Kindern für ein paar Monate um die Welt zu reisen. Und zwar dann, wenn sie sechs und vier Jahre alt sind (dauert leider noch vier Jahre und 4 Wochen…).

Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Thailand, Südsee, Australien und Neuseeland sind definitiv preferred destinations. Die Idee ist, sich ein around-the-world-ticket zu kaufen und sich dann von Land zu Land treiben zu lassen. Überall, wo es uns gut gefällt bleiben wir einfach ein paar Wochen und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Top-5-Gründe für unseren Traum-Plan („Traum“ deshalb, weil die Reise einen Traum wahrwerden lässt, „Plan“ deshalb, weil es unsere feste Absicht ist und keiner -  inkl. uns selbst – auf die Idee kommen soll, wir würden diese Reise nicht wirklich machen wollen, sondern nur von ihr träumen) folgende sind:

  1. Diese Reise wird eine Erfahrung sein, die man nie vergisst
  2. Die Familienzeit, die wir auf dieser Reise zu Viert haben werden, wird uns niemand mehr nehmen können
  3. Man lebt nur ein Mal
  4. Bei 25-28 Urlaubstagen pro Jahr werden wir viel zu wenig von der Welt sehen, bevor wir alt sind (und Lutz ist schon fast alt J)
  5. Diese Reise ist so ein unglaublicher Ansporn für den Alltag in den nächsten vier Jahren

Fakt ist also, dass wir in vier Jahren weg sind. Aber geht das denn auch wirklich? Natürlich fragt man sich, ob man überhaupt ein Sabbatical genehmigt bekommt, ob man danach im Job wieder Fuß fassen kann, was man in der Zeit mit Haus und Hausstand macht, ob man so eine Reise plus den Einkommensausfall überhaupt finanzieren kann.

Dann ist es besonders hilfreich, wenn einem Andere den eigenen Traum gerade live vorleben:

http://gibtsdaauchpommes.blogspot.com/

Das Blog einer Familie – die wir nicht kennen – die zurzeit mit ihren drei Töchtern die Welt bereist. Und zwar auf sehr ähnliche Art und Weise, wie wir das vorhaben. Sie sind seit knapp sechs Monaten unterwegs und haben eine Reiseroute, die unserer Wunschroute recht ähnlich ist:

Wunschroute Weltreise

Wir sind jetzt also hochmotiviert, auch schon mal unsere Route auszuarbeiten und am besten auch schon die Flüge zu buchen, damit es dann in vier Jahren auch wirklich losgeht!

Vorsätze für das neue Jahr – Fluch oder Segen?

Montag, 4. Januar 2010

Jeder der mich gut kennt weiß, dass ich ein sehr großer Freund von to-do-Listen bin, die ich nicht nur akribisch schreibe, mehrmals am Tag aktualisiere, sondern auch sehr sorgfältig abarbeite.

Früher habe ich mich jedes Jahr am 31.12. hingesetzt und auf diesen to-do-Listen die Rubrik „Vorsätze für das neue Jahr“ neu befüllt. Das hat für mich überhaupt nicht funktioniert. Denn das große Problem war, dass man diese Punkte so schlecht abarbeiten konnte. „Mehr Sport machen“ konnte ich nicht Mitte Januar als erledigt abhaken. „Mehr Zeit für Freund, Freunde und Familie haben“ war auch ein Dauerbrenner, der so schlecht nach zwei Kinoabenden und Essenseinladungen abgehakt werden konnte. Es hat mich also total fertig gemacht, dass da Punkte an der Spitze meiner to-do-Liste standen, die ich einfach nicht erledigen konnte, sondern, die ich das ganze Jahr mitschleppen musste.

Also begann ich die Vorsätze am 31.12. in einen Briefumschlage zu stecken, zu versiegeln und erst nach einem Jahr wieder herauszuholen. Nach dem Motto: Wenn ich sie nicht sehe, belasten sie mich auch nicht, sind aber trotzdem da. Das Problem damit war, dass ich vergessen habe, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. So passierte es regelmäßig, dass ich am 31.12. des Folgejahres den Briefumschlag öffnete und so etwas wie „Italienisch lernen“ las, welches ich komplett vergessen hatte anzugehen. Außerdem kam hinzu, dass ich mir durch diese blöden Vorsätze immer mehr aufhalste, als ich tatsächlich schon ohne diese bewältigen konnte. Das Öffnen des Briefumschlags war damit ein einziger Frust, da ich meist keinen der aufgeführten Punkte erledigt, geschweige denn angegangen hatte. So war ich kurz davor, am 31.12. mit Rauchen anzufangen, damit ich mir für das Folgejahr das Aufhören vornehmen konnte und somit gleich am 1. Januar ein Erfolgserlebnis hatte. Das konnte aber auch nicht die Lösung sein.

Also traf ich eine große Entscheidung: Ich wusste, dass ich ohne Neujahrs-Vorsätze nicht leben konnte, wusste aber auch, dass mich diese Vorsätze völlig überforderten. Also benannte ich sie um. Sie hießen ab sofort „Wünsche für das neue Jahr“, erschienen nicht mehr auf der to-do-Liste und wurden für ein Jahr in die unterste Schublade meines Schreibtisches gelegt. Das Schöne an ihnen war und ist, dass ich nichts mehr dafür kann, wenn sie am Ende des Jahres nicht erledigt sind. Dann wurden meine Wünsche einfach nicht erhört. Es ist also auch nicht mehr schlimm, wenn ich vergesse, was ich mir eigentlich gewünscht habe, denn ein Wunsch ist ein Wunsch und kein to-do.

Seitdem geht es mir bestens. Ich habe ein ruhiges Gewissen, dass ich mir für das neue Jahr etwas gewünscht habe und kann mich dann in Ruhe zurücklehnen. So wie früher als Kind, wenn ich meinen Wunschzettel fürs Christkind mit der Schrift nach außen ans Fenster geklebt hatte und dann nur noch warten musste, dass meine Wünsche in Erfüllung gingen. Herrlich!