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Henry Alexander

Donnerstag, 6. Mai 2010

Nachdem ich die Geburt meines zweiten Sohnes ja förmlich noch aus dem OP-Saal getwittert und gefacebookt habe, müsstet Ihr es jetzt eigentlich Alle schon drei Mal wissen. Unser Baby ist da!
Henry Alexander wurde am 30.04.2010 mit einem Wonneproppen-Gewicht von 4,2kg geboren und ist damit rund und gesund!

Henry Alexander

Nach sechs Tagen sind wir von Normalität zwar noch weit entfernt, aber es ist doch erstaunlich wie schnell man sich nicht mehr vorstellen kann, mal zu Dritt gewesen zu sein.

Winziges Glück

Mir sind sowohl im übertragenden als auch im kilomäßigen Sinne nach der Geburt einige Steine vom Herzen gefallen und ich bin einfach nur glücklich, dass der Kleine gesund auf der Welt ist.

Auf dem Weg nach Hause!

Und noch glücklicher bin ich, dass Lutz auch wirklich der Vater unseres zweiten Kindes ist. Es kann nämlich auch ganz anders sein, wie nachfolgende Geschichte schildert, die wirklich lesenswert ist! Ich zumindest musste eben so sehr lachen!

A married couple went to the hospital to have their baby delivered.
Upon their arrival, the doctor said that the hospital was testing an
amazing new high-tech machine that would transfer a portion of the
mother’s labour pain to the baby’s father.
He asked if they were interested, Both said they were very much in favour of it.

The doctor set the pain transfer to 10 percent for starters, explaining that
even 10 percent was probably more pain than the father had ever experienced before.
But as the labour progressed, the husband felt fine and asked the doctor to go
ahead and kick it up a notch.
The doctor then adjusted the machine to 20 percent pain transfer..

The husband was still feeling fine. The doctor then checked the husband’s blood
pressure and was amazed at how well he was doing.

At this point they decided to try for 50 percent. The husband continued to feel quite well. Since the pain transfer was obviously helping the wife considerably,
the husband encouraged the doctor to transfer ALL the pain to him.
The wife delivered a healthy baby with virtually no pain,
and the husband had experienced none.
She and her husband were ecstatic.

When they got home they found the postman dead on the porch.

Endspurt – wake me when it´s over!

Dienstag, 27. April 2010

Das dicke Ende!

So! Das wird jetzt mal so ein richtig nörgeliger, anstrengender und vor-Selbstmitleid-zerfließender Blogpost. Ich schöpfe mal so richtig aus den Vollen bevor ich dann in ein paar Wochen wieder viel zu fröhlich, euphorisch und gut gelaunt für diese Welt bin.

Die Ausgangslage ist die folgende:
Der Stichtag von Baby No. 2 war gestern. Und jede Frau da draußen, die schon mal den Stichtag passiert hat, ohne dass das Kind auf der Welt ist, die weiß in welchem pränatalem depressiven Delirium ich mich gerade befinde – und jeder Mann einer solchen Frau auch.

Es ist wie im Zug sitzen, in den Hamburger Hauptbahnhof einlaufen und kurz bevor man das Gleis erreicht bleibt der Zug stehen. Die Türen bleiben geschlossen und der Schaffner sagt durch, dass die Einfahrt in den Bahnhof auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Dann fügt er noch hinzu, dass sich die Weiterfahrt um zehn Minuten oder zwei Wochen verzögern kann, das könne man noch nicht so genau sagen. Und er sagt noch, dass man sich doch bitte gedulden möge. Ach ja – und er entschuldigt sich natürlich noch für die Unannehmlichkeiten.

Wieso entschuldigt sich eigentlich bei mir keiner?

Nicht nur, dass ich wie die armen Menschen in dem Zug gerade auf unbestimmte Zeit vertröstet werde. Nein, ich muss diesen Wartezustand auch noch gekleidet in XXL-Zelten, mit Doppelkinn, Wasser in Armen, Beinen und Füßen und einem Bauch von hier bis zum Pluto und zurück ertragen. Und keiner entschuldigt sich!

Baby im Bauch bekommt nichts von meinem Leid hier draußen mit, sondern findet es herrlich, dass es so viel Platz hat und Essen rund um die Uhr ohne Anstrengung zum Nulltarif bekommt. Nur um dann auch richtig ausgeschlafen auf die Welt zu kommen. Toll.

John ist noch zu klein, um meinen Zustand zur Kenntnis zu nehmen und kommentiert ihn nur regelmäßig mit „Oh Mami dick“. Super!

Mein Mann heuchelt Mitleid, genießt aber heimlich die Ruhe vor dem Sturm und ist dankbar für jede Nacht, die er noch durchschlafen kann. Und findet mich in diesem Zustand natürlich angeblich so unglaublich unwiderstehlich. Yeah, right.

Und ich selber übe mich im hardcore-Verdrängen und reagiere auf diese Ungewissheit mit blindem Aktionismus und exzessivem Nestbau-Wahn.
Der Aktionismus zeichnet sich aus durch das komplette Durchbuchen eines Tages mit allen möglichen Terminen, die die Welt nicht braucht: So gehe ich morgen einfach mal zum Friseur. Nur um einen weiteren Termin im Kalender zu haben. Ist auch total sinnvoll, dass ich dorthin gehe, denn im Kreißsaal habe ich natürlich riesengroße Vorteile, wenn ich da topgestylt reingetragen, geschoben oder gerollt werde.

Der akute Nestbau-Wahnsinn ist seinerseits geprägt von Anschaffungen, Dekorationen, Montagen und Reparaturen jeglicher Art, die erstens kaum jemandem auffallen geschweige denn in irgendeiner Form nötig gewesen wären. Denn alles was wirklich wichtig ist, habe ich natürlich längst gekauft oder erledigt.
So kümmere ich mich zurzeit um Anschaffungen wie „Sonnenschutz für die Kinder für das Auto meines Mannes kaufen, in dem die Kinder niemals sitzen werden, da dort überhaupt keine Kindersitze sind“. Oder ich mache Lebensmittel-Hamsterkäufe als ob ab morgen ein Jahr lang Feiertag wäre. Wenn es jetzt schon irgendwo Stollen und Zimtsterne zu kaufen gäbe, seid sicher, ich hätte sie gekauft. Man kann ja nie wissen.

Was aber als Trost am Ende des Tages bleibt ist Mutter Natur. Denn die hat es ja Gott sei Dank so eingerichtet, dass ab der Geburt von Baby wahre Endorphin-Ströme in mir herum fließen und ich Aphrodisiaka und Glückshormone produziere, die die Erotik-Industrie nur so erblassen lassen.
Und plötzlich sind all diese Qualen vergessen, alles ist nur noch schön, das Glück perfekt, das Aussehen egal und die Welt bleibt stehen.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr ich mir diesen Zustand gerade wünsche :-)

Das Phänomen “Robinson Club”

Sonntag, 21. März 2010

Nun habe ich mir so sehr vorgenommen mehr offline zu sein und dieses besonders während unseres Urlaubs durchzuhalten, dass ich seit Wochen nicht mehr gebloggt habe…so gehts ja auch nicht. Hier bin ich also wieder. Um einen Urlaub und einen reichhaltigen Erfahrungsschatz über das Phänomen “Robinson Club” reicher.

Wir waren das erste Mal im Robinson Club und in den ersten Stunden hätten wir beide geschworen, dass es das letzte Mal sein würde. Animateure wohin das Auge reicht, aggressives Duzen, anstrengende Power-happiness und 400.000 Abkürzungen, die die Welt nicht braucht und nicht versteht. Highlight hier sicherlich das alltägliche Pool-Quiz “Jedami”. Übersetzt: “Jeder darf mitmachen”. Ist klar.
Dazu all-inclusive drinks an der Bar, welche sich bei mir aufgrund meines fortgeschrittenen Zustands auf Fanta Lemon und Wasser beschränkten. Noch nicht mal hier konnte ich also Boden gutmachen. Abends dann das interessante Erlebnis an 8-12er Tischen mit wildfremden Menschen zu sitzen, zwanghafte Konversation machen zu müssen und Zeuge von Tischmanieren zu werden, die zumindest dazu geführt haben, dass man überflüssige Kilos verloren hat, weil man keinen Hunger mehr hatte.

So weit so schlecht.

Dann noch der endgültige Dämpfer in Hinsicht auf Kinderbetreuung von unter-3-Jährigen. Den gesamten Hinflug hatten wir mit John trainiert, dass er 1. John heißt, 2. drei Jahre alt ist (obwohl er gerade 2 geworden ist) und 3. sich total erwachsen und 3-jährig benehmen soll (d.h. seine Windel während der Kinderbetreuungszeit im Robyclub als reines Deko-Objekt betrachten möge). Optimistisch, dass er all diese Informationen verinnerlicht hätte, meldeten wir ihn also gleich am ersten Tag mit falschem Geburtsjahr (nämlich 2006 statt 2007) stolz in der Kinderbetreuung an. Alles ganz reibungslos. Dann folgte die erwartete Vorstellungsrunde aller Kinder. “Ich heiße Annabell und bin 5 Jahre alt”, “Heiße Luis und bin 3″….

Animateurin: Und Du, wer bist Du?
Antwort John: Don.
Animateurin: Und wie alt bist Du Don?
Antwort John: Swei.
Animateurin: Nein, Du bist doch sicherlich schon drei, oder?
Antwort John: NEIN, SWEI!!!

Prima. Experiment erfolgreich missglückt und uns wurde in diesem Moment bewusst, dass wir die Mahlzeiten mit wildfremden Leuten und den Rest des Tages und der Nacht mit unserem Sohn verbringen würden. Adieu Zweisamkeit und Erholung… so dachten wir.

Doch es wurde besser. Nachdem wir uns akklimatisiert und ein bisschen erholt hatten, fingen wir plötzlich an die positiven Seiten dieses Club-Konzepts zu sehen.
Bei strahlend blauem Himmel und 25 Grad – welche ich jetzt mal großzügig dem Robinson Club zurechne – entdeckten wir den Strand, das zwar kalte, aber erfrischende Meer, die Tatsache, dass man am Buffet nie anstehen musste, weil es so viele Kochinseln gab, den Babypool mit 35 Grad (in welchen Lutz und ich zwar nicht den großen Zeh steckten, weil wir uns sicher waren, dass das Wasser nicht aufgrund der Heizung 35 Grad hatte…), den John aber liebte und die Mini-Disko am Abend, die unseren Sohn absolut verzückte und ihn danach lächelnd einschliefen ließ.
Zwar betrachtet man sich teilweise immer noch von außen und ist zutiefst dankbar, dass einen Freunde und Geschäftspartner gerade nicht beim Roby-Clubtanz beobachten “Der Roby mit der Sonnenbrille ulala, tanzt so gerne mit Sybille ulala”… doch auf der anderen Seite ist man durch den täglich gleichen Ablauf Frühstück – Strand – Mittagessen – Mittagsschlaf – Babypool – Sport – Abendessen – Minidisko – Bett und die Tatsache, dass man außerhalb der Tore des Clubs auf Fuerteventura nichts Sehenswertes verpasst, plötzlich so tiefenentspannt, dass man wirklich beginnt sich zu erholen.

Und so würde ich zwar nicht soweit gehen zu sagen, dass wir jetzt jedes Jahr in den Robinson Club fahren, aber ich kann auch nicht mehr mit Inbrunst behaupten, dass es das letzte Mal war. Denn die Vorstellung, dass unsere Kiddies irgendwann drei und fünf sind, von der Kinderbetreuung verschluckt werden, ich nicht mehr 150kg wiege und Lutz und ich zusammen Sport machen, segeln und am Strand liegen und ein Buch lesen, lässt sogar “Jedami”, “Roby-Clubtanz” und Kommunen-Abendessen wie Peanuts erscheinen.

Kind & Karriere – wieso ich keine Rabenmutter bin.

Montag, 16. November 2009

Soll ich wirklich über dieses Thema schreiben? Irgendwie kann man da nur verlieren.  Auf der anderen Seite gibt es wahrscheinlich kein Thema, welches Frauen in Deutschland mehr bewegt als die Frage, ob man Kind und Karriere unter einen Hut bekommen kann, darf, muss, möchte.

Ich möchte. Und ich darf. Und ich kann. Aber ich muss nicht. Und das ist wahrscheinlich entscheidend für meine Einstellung zu diesem Thema. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass jede Frau (und damit ihre Beziehung und die Kinder selber) maximal glücklich ist, wenn sie ihr eigenes Modell gewählt hat. Wenn sie den Weg geht, den sie selber gehen möchte und es nicht Anderen zu liebe tut. Glück und Zufriedenheit hängen für mich nicht davon ab, für welche Variante man sich entscheidet, sondern ob man 100% hinter seiner Entscheidung steht. Gegen alle Widerstände.

Eine Frau, die zu Hause bleibt, weil es irgendwer von ihr erwartet, obwohl sie eigentlich lieber arbeiten würde ist genauso unzufrieden wie diejenige, die arbeiten geht, um irgendwem etwas zu beweisen, obwohl sie am liebsten den ganzen Tag mit ihren Kindern zusammen wäre. Natürlich unterstelle ich mit der freien Auswahl der Optionen den Luxus, dass man nicht arbeiten muss, wenn man lieber zu Hause bleiben möchte. Natürlich gilt dieses für die Mehrzahl der Frauen in Deutschland nicht. Sie haben schlichtweg keine Wahl, ob sie arbeiten möchten oder nicht. Sie müssen.

Aber auf all diejenigen, die nicht müssen, trifft meine These zu. Glaube ich zumindest. Wenn fulltime mums, working mums missionieren wollen, dann kann das zwei Gründe haben. Entweder sind sie einfach so überzeugt von ihrem eigenen Modell, dass sie der Meinung sind, es wäre das Beste für jede Frau es ihnen nachzumachen. Oder – und das ist meiner Erfahrung nach häufiger der Fall – sie sind mit ihrer ausschließlichen Mutterrolle nicht zufrieden. Vielleicht weil diese sie nicht ausfüllt oder sie sich unterfordert fühlen. Vielleicht, weil ihnen ihr Umfeld zu wenig Wertschätzung entgegenbringt oder weil sie den Zeiten hinterher trauern, in denen sie selber erfolgreich im Berufsleben standen.

Wenn working-mums hingegen fulltime mums belächeln, dann offensichtlich, weil sie bei sich selbst etwas vermissen, sich überfordert fühlen, glauben ihren Kindern nicht gerecht zu werden, Angst haben, dass die häufige Abwesenheit zu Defiziten führt oder bedauern, dass immer die Nanny zum Turnen und Basteln geht und nie sie selbst. Und das lässt man dann eben am liebsten an Frauen aus, die das Leben führen, welches man zum Teil selber gerne hätte. Menschlich? Vielleicht. Erstrebenswert? Nein.

Ist man hingegen zufrieden, mit dem Weg, den man gewählt hat – egal ob fulltime mum, part-time mum oder working mum – hat man keinen Grund andere zu kritisieren oder zu beneiden. Denn man ist ganz einfach glücklich. Und freut sich über jeden, der es auch ist.

Ich bin glücklich. Als working mum. Denn ich liebe es zu arbeiten. Und ich liebe meine Familie. Für mich ist es das schönste Leben, morgens mit meinen Männern zu frühstücken, dann zehn Stunden zu arbeiten und abends noch 1-2 Stunden mit meinem Sohn zu verbringen. Wenn er dann um 20 Uhr ins Bett geht, habe ich Zeit für meinen Mann, Sport, noch mehr Arbeit oder Freunde. Nichts machen kann ich nicht. Ich kann es wirklich nicht. Ich muss einfach immer was machen. Insofern würde ich meinem Sohn stark auf den Keks gehen, wenn ich den ganzen Tag bei ihm wäre. Denn er müsste die ganze Zeit etwas machen. Und zwar wahrscheinlich sehr oft das, was ich gerade machen möchte. Und das würde ihm wenig Spaß machen. Oder gar keinen.

So hingegen komme ich abends nach Hause, habe viel erlebt und nutze die Zeit mit ihm, um zu entspannen und abzuschalten. Er ist mein perfekter Schutz vor mir selbst. Ohne ihn würde ich wahrscheinlich nie zur Ruhe kommen, würde immer viel zu lange arbeiten und hätte wenig Ausgleich. Durch ihn habe ich „best of both worlds“.

Für mich lässt sich die ganze Diskussion um dieses Thema hervorragend mit „leben – und leben lassen“ zusammenfassen. Wenn man für sich selbst das optimale Modell gefunden hat (was schwer genug ist), dann sollte man es keiner anderen Frau schwermachen ihren Weg zu gehen. Denn das macht einen selbst kein Stück glücklicher. Im Gegenteil.