Archiv für die Kategorie „social media“

Young Internet – the kids company

Montag, 30. Mai 2011

Unser nagelneuer Unternehmensfilm über Young Internet, Panfu und Oloko ist da!
Zwei Wochen lang haben wir selber Interviews gefilmt, geschnitten, vertont und optimiert und nun ist er fertig. Definitiv ein must-see :-)
Der Film ist auf Englisch, da ca. 60% unserer Mitarbeiter nicht Deutsch sind und wir mit Panfu und Oloko in über 12 Ländern aktiv sind. Daher war Englisch wie immer der kleinste gemeinsame Nenner.

P.S. Leitet den Film gerne an jeden weiter, der gerade auf Jobsuche ist:-) Mehr Infos gibt es auf unserer Website.

Social Media für B2B-Unternehmen – was ist wirklich sinnvoll?

Donnerstag, 20. Januar 2011

Seit Wochen habe ich hier nichts geschrieben. So viele Themen sind in meinem Kopf gewesen, aber bei keinem habe ich mich wirklich kompetent oder berufen gefühlt, darüber zu schreiben. Und es waren einfach auch noch so viele andere Themen in meinem Kopf, über die ich nicht schreiben wollte, so dass ich eine regelrechte Schreibblockade hatte. Heute war der Relaunch von Panfu in 12 Ländern und nachdem dieser nun erfolgreich live gegangen ist, habe ich wieder Platz frei für andere Gedanken.

Beim Thema Social Media für B2B-Unternehmen fühle ich mich auch nicht kompetent, aber ich habe zumindest eine klare Meinung. Und die stelle ich gerne zur Diskussion.

Der Grund, warum ich über dieses Thema schreibe ist, dass ich von vielen Unternehmen angesprochen wurde, die keine Endverbraucher als Kunden haben, sondern in erster Linie andere Unternehmen oder Händler. Und deren Marken beim Endverbraucher so gut wie nicht bekannt sind. Und auch nicht bekannt sein müssen. Trotzdem fragen sich diese Unternehmen natürlich, ob nicht auch sie transparenter und präsenter im Internet sein müssten? Und vor allem wie sie das richtig anstellen? Und ob das überhaupt Sinn macht? Und wenn ja, welchen?

Meine Antwort ist: Ja.

Ja, es macht Sinn, wenn sich auch B2B- Unternehmen mit mehr als einer Standard-Unternehmenswebsite im Netz präsentieren. Und zwar nicht, weil man das heutzutage macht, sondern weil auch sich für sie genauso wie für jedes B2C-Unternehmen Mitarbeiter, potentielle Mitarbeiter, Presse, Öffentlichkeit und Kunden interessieren. Und da sich Social Media in den seltensten Fällen als echte Vertriebsmaschinerie eignet, sondern in erster Linie der Kommunikation mit der Öffentlichkeit dient und im besten Fall Vertrauen in ein Unternehmen stärkt und Neugier für dieses weckt, sollte Social Media nicht allein B2C-Unternehmen vorenthalten sein.

Nur machen bei B2B-Unternehmen viel weniger Social Media Kanäle, Tools oder Instrumente Sinn (oder wie immer man facebook, Twitter, Flickr, Youtube, foursquare, Blogs etc. nennen möchte). In meinen Augen sogar nur eins: Das Unternehmens-Blog.

Twitter macht für ein B2B-Unternehmen überhaupt keinen Sinn. Denn auf Twitter sind zwar viele Multiplikatoren und Meinungsmacher, aber was nutzt es einem, wenn man kein Produkt hat, welches sich am Ende per word-of-mouth verbreiten kann.

Für facebook gilt im Prinzip dasselbe. Auch hier werden weder zukünftige Mitarbeiter, noch B2B-Kunden, noch die Presse sich ein Bild über das Unternehmen machen. Denn es wird verdammt schwierig sein eine B2B-facebook-Seite wirklich zum Leben zu erwecken und am Leben zu halten, wenn man eine beim Endverbraucher unbekannte Marke/unbekanntes Unternehmen ist. Denn das wird kaum jemanden interessieren.

Für Flickr, Youtube, foursquare und alle weiteren “Endverbraucher-Tools” gilt dasselbe. Wie soll ein Textilfabrikant oder ein Chiphersteller von foursquare profitieren, wenn maximal die eigenen Mitarbeiter in die Lager- oder Fabrikhalle einchecken und dafür dann auch sicherlich nichts umsonst bekommen.

Was bleibt ist ein Unternehmens-Blog. Nichts Neues werdet Ihr denken, aber definitiv etwas Neues für B2B-Unternehmen. (Ich nehme alle Werbe-, Online- und Social-Media-Agenturen aus, die sich hauptberuflich mit diesem Thema beschäftigen).

Denn mit einem Unternehmens-Blog haben unbekannte, kleine oder große, schwer einzuschätzende hidden champions, die großartige Chance ihrem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Und Kompetenz auszustrahlen. Und ein Thema zu besetzen. Und sympathisch zu sein.

Wenn z.B. ein Textilunternehmen, welches beinahe ausschließlich technische Gewebe, Funktions- und Objektstoffe produziert ein solches Blog hätte, dann würden neue Mitarbeiter, Kunden sowie jeder, den dieses Thema interessiert, eine Anlaufstelle haben, bei der man mehr über das Unternehmen hinter den Kulissen erfährt als irgendwo sonst. Die Mitarbeiter müssten die Blogposts natürlich selbst verfassen. Das sollte keine Agentur machen. Man würde 6-10 Mitarbeiter auswählen, die gerne schreiben und Spaß an einem solchen Blog hätten. Sie würden ca. zwei Mal pro Woche bloggen, so dass jeder alle 3-5 Wochen an der Reihe wäre. Sie würden Fotos ihrer Büros posten, ein Video eines Messebesuchs drehen, über die Trends der Branche schreiben, Mitarbeiter des Unternehmens vorstellen, von Geschäftsreisen berichten, den Produktionsprozess darstellen und vieles mehr. So ein Blog wäre im Minimum ein sehr starkes Recruiting-Instrument, welches eine deutliche Differenzierung zu anderen Unternehmen darstellen würde. Im Maximum wäre es mehr wert als jede Hochglanz-Unternehmensbroschüre da das Blog authentisch, menschlich, offen, sympathisch, aktuell und lesenswert wäre.

Das leisten Unternehmensbroschüren in den seltensten Fällen.

Meine persönliche Bilanz der dmexco 2010

Donnerstag, 16. September 2010

Meine persönlichen Tops der dmexco 2010

  1. Die tolle Stimmung auf der Messe und die Tatsache, dass es wie ein Klassentreffen ist durch die Gänge zu laufen und viele bekannte Gesichter zu sehen
  2. Das Interesse an Panfu und die Vielzahl guter Kooperationsideen, welche wir hoffentlich zahlreich umsetzen werden
  3. Das IBIS-Hotel, welches fünf Minuten von der Messe entfernt ist und den großen Vorteil hatte, dass ich nicht auf ein Taxi angewiesen war, welches es nämlich grundsätzlich während der zwei Tage kaum gab
  4. Das Schnitzelessen im Gruber´s von Sven Schmidt und Daniel Grözinger
  5. Das Get-together von CFP am Mittwochabend
  6. Das Wiedersehen und Feiern mit meinen ehemaligen be2-Kollegen/Freunden
  7. Die OSK-Party wg. der schönen location
  8. Die OMClub-Party, weil ich mich wie auf meiner Abiparty gefühlt habe (und bis 6 Uhr morgens gefeiert habe…)
  9. Die neue Funktion „virtual handshake“ von Xing, die Visitenkarten überflüssig macht (vorausgesetzt der Gesprächspartner ist auf Xing) – leider habe ich das erst nach der Messe erfahren

Meine persönlichen Flops

  1. Eine Stunde Verspätung mit dem ICE-Sprinter (!) am Mittwochmorgen. Rechtfertigt nicht wirklich den Aufschlag von 13,50 Euro.
  2. Kaum Handy- und Datenempfang auf dem Messegelände
  3. Die vielen Visitenkarten, die ich so gerne in elektronischer Form bekommen hätte
  4. Mein Iphone, welches ständig leer war (obwohl ich gar nicht telefonieren konnte)
  5. Die Akute Taxi-Unterversorgung
  6. Die langen Schlangen an der Garderoben-Abgabe
  7. Die Tatsache, dass sowohl Wodka Redbull als auch Cuba Libre bei beiden Parties ausverkauft war und ich Bier trinken musste.
  8. Zu wenig Schlaf (3 Stunden, um konkret zu sein)
  9. Die Tatsache, dass der DJ auf der Party mir nicht gehorcht hat
  10. Die traurige Wahrheit, dass ich keine bzw. kaum noch Stimme habe und mich anhöre wie eine Callcenter-Mitarbeiterin, die eher nachts arbeitet

Offline reloaded – Ich bin dann mal weg!

Donnerstag, 29. Juli 2010

Ich bin dann mal weg

Im Februar diesen Jahres habe ich einen langen Blogpost darüber geschrieben, dass ich lernen möchte, wieder mehr offline zu sein. Ehrlicherweise habe ich mich nicht besonders konsequent an diesen Vorsatz gehalten und alle möglichen und z.T. auch unmöglichen Momente genutzt, um zu twittern, zu facebooken oder zu bloggen. Nun steht mal wieder eine echte Chance vor der Tür, meine Lernfähigkeit in diesem Bereich unter Beweis zu stellen.

Ab morgen fahre ich nämlich für drei Wochen in die Ferien!

Total crazy, ich weiß.

Und mein fester Vorsatz lautet: Kein Twitter, kein Blogpost, wenig facebook und sonstigen Internet-/Mailkonsum auf eine Stunde täglich beschränken.

Total abgefahren, ich weiß.

Die gute Nachricht für Euch ist, dass Ihr die Einhaltung meines Vorsatzes in Echtzeit überprüfen könnt (zumindest was Twitter, Blog und facebook angeht).
Die schlechte Nachricht ist, dass Ihr sehr wenig von mir hören werdet. Ich weiß, das ist schrecklich.

Dafür habe ich dann nach meiner Rückkehr so viel Energie, dass ich nicht nur meine Social-Media-Nutzung wieder massiv hochfahre, sondern auch einen neuen Job antrete. Dann habe ich auch endlich mal wieder was zu erzählen.

Falls Ihr mich in der Zwischenzeit vermisst: Einfach alle meine alten Blogposts wieder und wieder lesen und eine “We miss you, Verena”-Seite auf facebook einrichten.
Falls Ihr mich nicht vermissen solltet: Um so besser für Euch, dass ich offline bin.

In diesem Sinne: happy holidays!

Dingsda statt bullshit-Bingo

Montag, 26. Juli 2010

Wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache, dann antworte ich meistens: „Online Sales.“

Wenn ich dann weiter ausführe, was ich genau mache und mit Begriffen wie SEM, Display, Affiliate Marketing, Emailmarketing, Portalintegrationen oder SEO um mich schmeiße, sagt das den meisten Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis herzlich wenig. Immer wieder fange ich dann an, detailliert zu erklären, was sich hinter den Begriffen verbirgt und ernte dafür meist einen „too much information“-Ausdruck auf den Gesichtern meiner Zuhörer.

Also habe ich beschlossen, mich an Dingsda zu halten. Eine tolle Sendung, die ihr sicher alle noch kennt und in der Kinder den Erwachsenen die Welt erklärt haben. Das war häufig verständlicher und ehrlicher, als wir das selber je könnten. Denn das Erfrischende an Kindern ist, dass sie sich nicht zu schade sind, einfach zu fragen und einfach zu antworten. So habe ich Dingsda mal mit meinem Job durchgespielt und festgestellt, dass meine Gesprächspartner nicht nur plötzlich verstehen, was ich mache, sondern ich selber mir darüber ebenfalls viel klarer werde. :-)

Conversion Rates wie CPO, CPC, CPM, CPFO, bounce rates, churn rates und life-time-values, SEM, SEO und CTR. Worte und Abkürzungen, die wie eine Neuauflage von bullshit-Bingo oder dem neuen Lied der Fanta 4 (mfg lässt grüßen) klingen, sind in Wirklichkeit nichts Neues. Zahlen und Marketingkanäle eben. Wie es sie schon immer gab.

Vertrieb bestand schon immer aus Zahlen (sogenannten Conversion rates), es war nur wesentlich aufwendiger sie zu erheben. Natürlich konnte man jeden Kunden zählen, der in den Laden kam, wusste aber nicht, warum er da war. Außer man fragte ihn. Und das war leider ziemlich zeitaufwendig und teuer. Man konnte auch mitzählen wie oft jemand wiederkam oder nach wie viel Minuten er den Laden wieder verließ und wie viel er eingekauft hatte. Aber auch das war zeitaufwendig und teuer.

Das ist online leichter. Die Funktionsweise von Vertrieb ist aber immer noch die gleiche. Nur die Instrumente sind billiger, schneller und zielgenauer.
Die Läden, in denen wir unseren Kunden die Produkte verkaufen, sind unsere Websites. Dass die Kunden uns finden, verdanken wir immer noch Empfehlungen (Social Media), Aushängen im Supermarkt und dem Schalten von Zeitungsannoncen (Display- bzw. Bannerwerbung). Oder Postwurfsendungen (Emailmarketing). Die meisten Leute finden uns heutzutage allerdings durch die Auskunft, die neudeutsch Google heißt. Man ruft an, sagt was man kaufen oder finden möchte, und die freundliche Dame oder der nette Herr lesen uns eine ganze Reihe von Annoncen vor. Können wir beeinflussen, dass unsere Annonce zuerst verlesen wird? Absolut! Wir zahlen einfach mehr, schreiben Hinweise an unsere Ladenfläche, was man bei uns kaufen kann und je mehr Leute der Auskunft erzählen, dass man bei uns auch wirklich das findet, was draußen dran steht, desto mehr Leute schicken sie in unsere Richtung. Das nennt man dann SEM.
Besonders empfehlenswert findet uns die Auskunft, wenn nicht nur wir, sondern auch viele andere Menschen zusätzliche Wegweiser vor Läden, Häusern, Schulen oder Rathäusern aufstellen, die in unsere Richtung zeigen und auf denen auch das steht, was wir verkaufen. Die nennt man link-building. Wer das erfolgreich macht, der wird von der Auskunft sogar kostenlos empfohlen. Das ist dann SEO.
Sprayer, die allerdings nachts um die Häuser ziehen und das eigene Produkt an fremde Hauswände schmieren, werden wie im wirklichen Leben bestraft. Dort landen sie in der U-Haft, im Internet in der Sandbox oder im Müll (Junk). Sie werden nur nicht mehr Sprayer sondern Spammer genannt. Fängt aber auch mit „Sp“ an.

Wenn jemand in unseren Laden kommt, haben wir eigentlich immer geöffnet. Außer die Tür klemmt, also die Website ist down. Wenn der potentielle Kunde reinkommt, müssen wir ihm ziemlich schnell erklären, was er bei uns kaufen kann, sonst dreht er sich sofort wieder um und geht. Den Prozentsatz derjenigen Leute, die unseren Laden nach weniger als fünf Sekunden wieder verlassen, bezeichnen wir als bounce rate. Für diese Zahl interessiert sich leider auch regelmäßig die Auskunft.

Da wir unseren Laden nicht ständig umdekorieren können, weil die Kunden unterschiedliche Bedürfnisse haben, machen wir A/B Tests. Wir räumen die Muster (Registrierungsformulare) und den Kassentisch (Kaufen-Button) also von rechts nach links und beobachten, welche Leute wann zufrieden sind. Diese bekommen dann ein Schild um den Hals, auf dem ihre persönlichen Daten und Vorlieben stehen. Oder mit anderen Worten: Sie bekommen einen Cookie verpasst. So wissen wir jedes Mal, wenn sie reinkommen, wie unser Laden am besten dekoriert und eingerichtet sein muss, damit sie maximal viel kaufen.

Es kommt auch vor, dass sie sich bei uns überhaupt nicht zurechtfinden und verloren in irgendeiner Ecke stehen und um Hilfe rufen. Das ist in der Online-Welt dann eine Mail an den Kundenservice. Wenn man Glück hat. Im schlechtesten Fall rennen sie auf die Straße und erzählen jedem, der es nicht hören möchte, dass man sich bei uns sehr schlecht zurechtfindet und unser Laden nichts taugt. Das sind dann negative Kommentare in Blogs und social networks.

Die Marktforschung ist etwas einfacher geworden. Wir müssen nicht mehr vor Shoppingcentern sitzen und mit einer Strichliste die Menschen zählen, die das Center betreten. Und wir müssen die Kunden nach ihrem Einkauf auch nicht mehr mit stundenlangen Fragebögen nerven. Und wissen trotzdem, wie viele da waren, wo sie herkamen, wie oft sie wiederkamen und wie viel sie gekauft haben.

Eigentlich alles ganz einfach also. Und logisch. Und gar nicht kompliziert. Ein ganz normaler Job eben. Dank Dingsda.