Archiv für die Kategorie „Online Marketing“

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin…ab jetzt fast täglich!

Montag, 6. September 2010

Ich bin seit heute stolze Besitzerin einer schwarzen Bahncard. Für Alle, die diesem elitären Kreis nicht angehören: Es handelt sich dabei um eine Bahncard100, mit der man uneingeschränkt und ohne ein Ticket zu kaufen Bahn fahren kann.

Wenige von Euch werden das beneidenswert finden.

Wäre ich heute Morgen Hon-Member geworden, würde ich sicherlich jetzt Autogramm-Anfragen bekommen und wäre in die Liga der richtig coolen Menschen dieser Welt aufgestiegen (die das fantastische Glück haben mehr als 300.000 Meilen pro Jahr in der Luft zu verbringen).

Ich bin aber nicht Hon, sondern Bahncard100-Besitzerin.
Und Monster-stolz!

Nicht unbedingt, weil ich nun im Sommer in den Genuss von 50 Grad Celsius aufgrund defekter Klima-Anlagen und im Winter auf zwei Stunden Verspätung aufgrund vereister Oberleitungen komme. Und auch nicht, weil mir das Chili con Carne im Bord-Bistro so gut schmeckt.

In meinem Fall freue ich mich auf das Ziel am Ende der Zugfahrt. Und das heißt morgens Panfu und abends zu Hause.

Denn ab heute bin ich Geschäftsführerin der Young Internet GmbH in Berlin, die die Online-Spiele für Kinder Panfu und Oloko betreibt.

Ich freue mich wie Bolle auf den neuen Job und da mich keiner interviewen wollte, interviewe ich mich einfach selbst:

1. Verena, welche Rolle übernimmst Du bei Panfu? Anschlussfrage: Was passiert mit den Gründern?

Ich übernehme bei Panfu die Rolle des CEO und bilde zusammen mit den Gründern Moritz Hohl und Kay Kühne die Geschäftsführung. Kay und Moritz haben es in nur drei Jahren geschafft, aus Panfu Europas größtes Online-Spiel für Kinder zu machen, nun gilt es darauf aufzubauen und das Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

2. Panfu ist bisher sehr gut ohne Dich klar gekommen. Wieso braucht es einen neuen CEO?

Panfu hat sich in der Tat zu einer der erfolgreichsten virtuellen Welten für Kinder in Europa entwickelt und ist bereits in 15 Ländern mit mehr als 15 Millionen Nutzern aktiv. Doch wir wollen mehr, weil wir wissen, wie viel Potenzial im Social Gaming Markt steckt. Im Klartext heißt das: Mehr Länder, mehr Umsatz und weitere Social Games, die unter dem Dach von Young Internet auf den Markt gebracht werden. Da konnte das Unternehmen eine weitere Arbeitskraft ganz gut gebrauchen.

3. Was möchtest Du bei Panfu besonders vorantreiben?

Unser Hauptziel ist es, der Marktführer in Europa für Social Games im Kindersegment zu werden. Meine Kernaufgabe sehe ich darin, das Wachstum in den bestehenden Märkten und die Internationalisierung des Unternehmens vorantreiben. Außerdem – und das ist mein großes Ziel – möchten wir die spielerische Instanz für die Vermittlung von Medienkompetenz werden.

4. Medienkompetenz ist ein ähnlich abgedroschener Begriff wie Nachhaltigkeit. Was verstehst Du darunter und was möchte Panfu unternehmen, um dieses Feld zu belegen?

Medienkompetenz ist für mich die Fähigkeit die neuen Medien sicher und sinnvoll zu nutzen. Kinder und Jugendliche befinden sich heute – anders als wir früher – schon in sehr jungen Jahren in der Lage Informationen nicht nur zu empfangen, sondern vor allem zu senden. Und für dieses Senden gibt es noch viel zu wenig Anleitung und Hilfe. Die Eltern und besonders die Mütter sind häufig mit der Fülle der Angebote überfordert und können ihre Kinder daher schlecht unterstützen. Daher müssen die Kinder lernen, welche Konsequenzen ihr Handeln im Netz hat und wie sie sich Anderen gegenüber verhalten sollten. Panfu möchte sich das Thema Medienkompetenz groß auf die Fahnen schreiben: Durch zahlreiche Tipps auf unserer Website, Summercamps, Open-House-Tage in unseren Büroräumen und klare Regeln für die Kommunikation der Pandas untereinander. Auf diese Weise wollen wir Kinder wie Eltern an das Thema Medienkompetenz spielerisch heranführen.

5. Was ist für Dich das Besondere an Deinem neuen Job? Warum hast Du Dich für Panfu entschieden?

Das Besondere an meinem neuen Job sind in erster Linie die Menschen mit denen ich zusammen arbeiten werde. Die Gründer Kay und Moritz haben aus einer sehr guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und sind echte Vollblut-Unternehmer. Die Mitarbeiter kommen aus über 15 Ländern und bereichern mit ihrer unterschiedlichen Herkunft das Unternehmen, in dem sie verschiedene Sichtweisen und Erfahrungen einbringen und Panfu zu einem internationalen Unternehmen mitten in Deutschland machen. Und unsere Investoren hatten die Größe, meinen im 8. Monat schwangeren Bauch zu ignorieren (bzw. zu bewundern) und mir diesen Job zu geben und zuzutrauen.

6. Was macht für Dich eine gute Seite für Kinder aus?

Eine gute Seite für Kinder sollte in erster Linie so sicher sein, dass die Eltern ihr grenzenlos vertrauen können, sie Kindern Spaß macht und auf spielerische Art und Weise Medienkompetenz vermittelt. Denn nur wenn Eltern und Kinder zufrieden sind, wird sich eine solche Seite durchsetzen. Wir wollen Kinder begeistern und Eltern überzeugen.

7. Eine persönliche Frage: Du twitterst und bloggst fleißig. Wird es dabei auch bleiben, wenn Du Geschäftsführerin bist?

Ganz bestimmt! Denn das mache ich aus Spaß und Überzeugung. Ich habe durch Social Media viele beeindruckende Menschen kennen gelernt, die mein Leben bereichern. Natürlich gebe ich viel von mir preis, aber ich sehe Transparenz nicht als Gefahr sondern Chance. Die Zeiten, dass Kollegen und Mitarbeiter nichts Persönliches über ihren Vorgesetzten wissen, sollten vorbei sein.

Verena, vielen Dank für das Gespräch.
Gerne, Verena.

Pressestimmen:

Meedia

Internet World Business

Deutsche Startups

Bielefeld – Warum eine Stadt partout nicht existieren möchte

Dienstag, 24. August 2010

Ich bin Bielefelderin.

Zwar nicht gebürtig aber aus Überzeugung.

Weil ich da aufgewachsen bin. Und weil ich die Stadt liebe.

Für mich sprüht Bielefeld vor Unternehmergeist. Die Stadt ist ein Inbegriff von privatem Engagement und Gestaltungswille. Viele Familienunternehmen und viel Mittelstand prägen die wirtschaftliche Landschaft und engagieren sich mit viel Zeit und Geld dafür, die Stadt zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und einem lebenswerten privaten Umfeld zu machen. Nirgendwo kann man so viel bewegen. Nirgendwo findet man so viele aufgeschlossene, tüchtige und bodenständige Menschen. Ok, ich übertreibe. Aber ich finde die Stadt wirklich toll!

Seit ich denken kann werbe ich für die Stadt.

Und das ist nicht einfach und bitter nötig. Denn die externen Reaktionen auf Bielefeld sind alles andere als positiv.

Die Stadt tut auch wirklich wenig, um ihre Kritiker zu besänftigen. Es gibt keinen eigenen Flugplatz, kein einziges ordentliches Hotel. Aufgrund der schlechten Autobahn- und Zugverbindung kommt dort keiner zufällig vorbei. Und die Bielefeld-Verschwörung tut ihr übriges, um immer wieder zu hinterfragen, ob es diese Stadt überhaupt gibt.

Nun hat diese unterschätzte und wenig geliebte Stadt durch Google Streetview das einmalige Glück, dass ganz Deutschland erfahren hat, dass Bielefeld zu den zwanzig größten und wichtigsten Städten Deutschlands gehört. Statt das als Kompliment zu sehen und es medial zu nutzen, um die Attraktivität der Stadt und Region zu steigern, beschließt unsere Lokalpolitik und allen voran unser Oberbürgermeister, alle öffentlichen Gebäude in Bielefeld auf Google Street View schwärzen zu lassen.

Well done!
Nach dem Motto: Wenn ich von etwas nichts verstehe, bin ich dagegen.

Eigentlich erstaunlich, dass nicht gleich auch alle Postkarten, Kalender, Fotos und Bildbände, die man über Bielefeld kaufen kann, verboten und vernichtet werden. Da sieht man nämlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt hochaufgelöst und mit Untertitel. Wie schrecklich!
Da hat man eine Website der Stadt mit einem link „Panoramablick“. Dort kann man sich Bielefeld aus der Kamera-Perspektive ansehen. Man kann sich auf Google Earth und Google Maps jedes Haus aus der Luft ansehen.
Aber bitte nicht Google Streetview für öffentliche Gebäude. Bitte nicht!

„Wir setzen Bielefeld in Szene“ heißt das Motto der Stadtmarketing-Initiative Bielefelds.

Auf unseren Stadtrat passt in diesem Fall besser “Wir machen eine Szene”.

Dingsda statt bullshit-Bingo

Montag, 26. Juli 2010

Wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache, dann antworte ich meistens: „Online Sales.“

Wenn ich dann weiter ausführe, was ich genau mache und mit Begriffen wie SEM, Display, Affiliate Marketing, Emailmarketing, Portalintegrationen oder SEO um mich schmeiße, sagt das den meisten Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis herzlich wenig. Immer wieder fange ich dann an, detailliert zu erklären, was sich hinter den Begriffen verbirgt und ernte dafür meist einen „too much information“-Ausdruck auf den Gesichtern meiner Zuhörer.

Also habe ich beschlossen, mich an Dingsda zu halten. Eine tolle Sendung, die ihr sicher alle noch kennt und in der Kinder den Erwachsenen die Welt erklärt haben. Das war häufig verständlicher und ehrlicher, als wir das selber je könnten. Denn das Erfrischende an Kindern ist, dass sie sich nicht zu schade sind, einfach zu fragen und einfach zu antworten. So habe ich Dingsda mal mit meinem Job durchgespielt und festgestellt, dass meine Gesprächspartner nicht nur plötzlich verstehen, was ich mache, sondern ich selber mir darüber ebenfalls viel klarer werde. :-)

Conversion Rates wie CPO, CPC, CPM, CPFO, bounce rates, churn rates und life-time-values, SEM, SEO und CTR. Worte und Abkürzungen, die wie eine Neuauflage von bullshit-Bingo oder dem neuen Lied der Fanta 4 (mfg lässt grüßen) klingen, sind in Wirklichkeit nichts Neues. Zahlen und Marketingkanäle eben. Wie es sie schon immer gab.

Vertrieb bestand schon immer aus Zahlen (sogenannten Conversion rates), es war nur wesentlich aufwendiger sie zu erheben. Natürlich konnte man jeden Kunden zählen, der in den Laden kam, wusste aber nicht, warum er da war. Außer man fragte ihn. Und das war leider ziemlich zeitaufwendig und teuer. Man konnte auch mitzählen wie oft jemand wiederkam oder nach wie viel Minuten er den Laden wieder verließ und wie viel er eingekauft hatte. Aber auch das war zeitaufwendig und teuer.

Das ist online leichter. Die Funktionsweise von Vertrieb ist aber immer noch die gleiche. Nur die Instrumente sind billiger, schneller und zielgenauer.
Die Läden, in denen wir unseren Kunden die Produkte verkaufen, sind unsere Websites. Dass die Kunden uns finden, verdanken wir immer noch Empfehlungen (Social Media), Aushängen im Supermarkt und dem Schalten von Zeitungsannoncen (Display- bzw. Bannerwerbung). Oder Postwurfsendungen (Emailmarketing). Die meisten Leute finden uns heutzutage allerdings durch die Auskunft, die neudeutsch Google heißt. Man ruft an, sagt was man kaufen oder finden möchte, und die freundliche Dame oder der nette Herr lesen uns eine ganze Reihe von Annoncen vor. Können wir beeinflussen, dass unsere Annonce zuerst verlesen wird? Absolut! Wir zahlen einfach mehr, schreiben Hinweise an unsere Ladenfläche, was man bei uns kaufen kann und je mehr Leute der Auskunft erzählen, dass man bei uns auch wirklich das findet, was draußen dran steht, desto mehr Leute schicken sie in unsere Richtung. Das nennt man dann SEM.
Besonders empfehlenswert findet uns die Auskunft, wenn nicht nur wir, sondern auch viele andere Menschen zusätzliche Wegweiser vor Läden, Häusern, Schulen oder Rathäusern aufstellen, die in unsere Richtung zeigen und auf denen auch das steht, was wir verkaufen. Die nennt man link-building. Wer das erfolgreich macht, der wird von der Auskunft sogar kostenlos empfohlen. Das ist dann SEO.
Sprayer, die allerdings nachts um die Häuser ziehen und das eigene Produkt an fremde Hauswände schmieren, werden wie im wirklichen Leben bestraft. Dort landen sie in der U-Haft, im Internet in der Sandbox oder im Müll (Junk). Sie werden nur nicht mehr Sprayer sondern Spammer genannt. Fängt aber auch mit „Sp“ an.

Wenn jemand in unseren Laden kommt, haben wir eigentlich immer geöffnet. Außer die Tür klemmt, also die Website ist down. Wenn der potentielle Kunde reinkommt, müssen wir ihm ziemlich schnell erklären, was er bei uns kaufen kann, sonst dreht er sich sofort wieder um und geht. Den Prozentsatz derjenigen Leute, die unseren Laden nach weniger als fünf Sekunden wieder verlassen, bezeichnen wir als bounce rate. Für diese Zahl interessiert sich leider auch regelmäßig die Auskunft.

Da wir unseren Laden nicht ständig umdekorieren können, weil die Kunden unterschiedliche Bedürfnisse haben, machen wir A/B Tests. Wir räumen die Muster (Registrierungsformulare) und den Kassentisch (Kaufen-Button) also von rechts nach links und beobachten, welche Leute wann zufrieden sind. Diese bekommen dann ein Schild um den Hals, auf dem ihre persönlichen Daten und Vorlieben stehen. Oder mit anderen Worten: Sie bekommen einen Cookie verpasst. So wissen wir jedes Mal, wenn sie reinkommen, wie unser Laden am besten dekoriert und eingerichtet sein muss, damit sie maximal viel kaufen.

Es kommt auch vor, dass sie sich bei uns überhaupt nicht zurechtfinden und verloren in irgendeiner Ecke stehen und um Hilfe rufen. Das ist in der Online-Welt dann eine Mail an den Kundenservice. Wenn man Glück hat. Im schlechtesten Fall rennen sie auf die Straße und erzählen jedem, der es nicht hören möchte, dass man sich bei uns sehr schlecht zurechtfindet und unser Laden nichts taugt. Das sind dann negative Kommentare in Blogs und social networks.

Die Marktforschung ist etwas einfacher geworden. Wir müssen nicht mehr vor Shoppingcentern sitzen und mit einer Strichliste die Menschen zählen, die das Center betreten. Und wir müssen die Kunden nach ihrem Einkauf auch nicht mehr mit stundenlangen Fragebögen nerven. Und wissen trotzdem, wie viele da waren, wo sie herkamen, wie oft sie wiederkamen und wie viel sie gekauft haben.

Eigentlich alles ganz einfach also. Und logisch. Und gar nicht kompliziert. Ein ganz normaler Job eben. Dank Dingsda.

Social Media ist keine Tupperparty

Samstag, 17. Juli 2010

Heute schreibe ich endlich über ein Thema, welches mir schon länger unter den Nägeln brennt. Und zwar brennt es so sehr, weil ich immer wieder in unterschiedlichsten Medien und Gesprächen darüber stolpere und mir meine Meinung nun endlich von der Seele schreiben muss.

„Wie kann ich Twitter als Vertriebskanal nutzen?“
„Wie kann ich über Facebook meinen Umsatz steigern?“
„Wie kann ich die social networks als Verkaufsplattform erschließen“
„Lohnt sich social networking für Unternehmen?“

Fragen wie diese wirken auf den ersten Blick legitim, zeigen aber ganz deutlich, dass social networks komplett missverstanden werden. Denn wer glaubt, dass man das social web als Direktvertriebskanal nutzen kann, der irrt gewaltig.
Social networks sind wie ein großer Online-Stammtisch, wie eine gigantische Online-Networking-Veranstaltung.
Sie sind keine Online-Kaffeefahrt oder Tupperparty, welche der Verkaufsmaximierung dienen.

Wenn Unternehmen ihre Kunden zu Pferderennen, Fußballspielen, Konzerten, Abendessen oder Kurz-Reisen einladen, dann haben diese incentives einen einfachen Grund: In angenehmer Atmosphäre mit dem Kunden zu reden. Und ihm zuzuhören. Man möchte erfahren, was für Menschen die eigenen Kunden sind, was sie bewegt, wie sie denken, was sie antreibt. Man möchte sie und ihre Bedürfnisse besser verstehen und dieses Knowhow in die eigenen Produkte und Dienstleistungen einfließen lassen. Diese Veranstaltungen dienen so gut wie nie dem Verkauf, sondern immer dem informellen Networking.

Oder wart Ihr schon mal bei einer hochwertigen Kundenveranstaltung eingeladen, bei der es nichts zu essen und zu trinken gab und Euch bereits am Eingang ein Vertriebsflyer in die Hand gedrückt wurde mit der Aussage: „Wenn sie jetzt sofort kaufen, bekommen sie 10% Rabatt“. Was wäre Eure Reaktion? Nachdem Ihr festgestellt hättet, dass es sich bei der Veranstaltung um eine reine Verkaufsveranstaltung ohne Mehrwert handelt, wärt Ihr sofort wieder gegangen.

Und genau das tun die Kunden im Netz auch.

Denn wenn ein Unternehmen seinen Twitter-Account einzig dafür nutzt, die eigenen Produkte anzupreisen statt mit dem Kunden zu reden und ihm einen Mehrwert zu bieten, wird niemand zuhören. Und erst recht nicht kaufen. Sondern sich wegdrehen und gehen. Das heißt bei Twitter dann “unfollowen”. Und eine Facebook-Seite zu haben, die ausschließlich allgemeine Unternehmensinformationen und Produktneuheiten zeigt, ist ebenfalls kontraproduktiv. Dann lieber gar keine Seite haben.

Im social web reden Menschen miteinander, kommentieren gegenseitig ihre Aussagen, hören sich zu, diskutieren und bilden sich eine Meinung. Genau wie bei einem Networking-dinner. Sie kommen besonders gerne und erzählen hinterher vielen Anderen von ihren Gesprächen, wenn sich das Unternehmen besondere Mühe gegeben hat. Das Ziel von Unternehmen im social web muss es also sein, das Pferderennen, die Tickets zum Finale der Fußball-WM oder einfach einen entspannten Grill-Nachmittag online nachzustellen. Natürlich im übertragenden Sinne. Unternehmen müssen online etwas für ihre Kunden inszenieren, sich interessant machen, Aufmerksamkeit wecken. In den Dialog mit dem Kunden einsteigen.

Dann werden sie gehört. Und gemocht.
Dann wird man sie weiterempfehlen, ihre Produkte kaufen und eine positive Wahrnehmnung (brand awareness) aufbauen. Weil die Unternehmen dann glaubwürdig, authentisch, unaufdringlich, seriös und ernsthaft am Kunden interessiert sind.
Das ist dann eine erfolgreiche Social-Media-Strategie.
Die kann man aber nicht im Vorfeld minutiös planen, messbar machen und in die Umsatzplanung einfließen lassen. Sie entsteht im Gespräch mit dem Kunden.
Genauso, wie der Offline-Event ja kurzfristig auch kein Umsatzgenerator, sondern eine Investition in den Kunden ist.

In beiden Fällen eine lohnende.