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Ich liebe deutsche Land!

Sonntag, 4. Juli 2010

Ich liebe deutsche Land

Aus aktuellem Anlass ein kurzer Post, um meiner Freude über unsere Nationalmannschaft Ausdruck zu verleihen. War das ein geiles Spiel gestern gegen Argentinien. 4:0!

Ich bin heiser, total k.o. und unendlich glücklich.

Diese Lebensfreude, die Fußball freisetzt ist so irre. Plötzlich finde ich einfach alles nur noch toll. Da hat gestern der Weltmeister 2010 gespielt und prompt fühle ich mich auch wie einer. 4:0 gegen Australien, 4:1 gegen England, 4:0 gegen Argentinien…dann geht es folglich weiter mit 4:1 gegen Spanien und 4:0 gegen Holland. Immer abwechselnd. An Serbien kann ich mich nicht mehr erinnern und der Spielstand gegen Ghana passt nur nicht in das Muster, weil Jogi seinen blauen Pulli nicht anhatte.

Ich sag Euch eins: Wenn wir wirklich Weltmeister werden, dann bekomme ich in vier Jahren pünktlich zur WM wieder ein Kind, um dieses Sommermärchen wieder aus vollen Zügen genießen zu können. Ich liebe deutsche Land!

Die Zukunft der Frauen – inspired by DLD Women

Samstag, 12. Juni 2010

Viele sehr beeindruckende Frauen haben diese Woche auf dem DLD Women von Burda in München sehr wahre Sachen gesagt, über die es sich lohnt ein bisschen nachzudenken und zu schreiben.
Moderiert wurde der Event durch Maria Furtwängler.
Maria Furtwängler
Eine unglaublich beeindruckende Frau, die so vielseitig und aktiv ist, dass man neidisch werden kann. Und das war auch gleich die erste Erkenntnis des Kongresses. Ich habe mich selber, aber auch viele andere Frauen dabei erwischt, wie man bei einer erfolgreichen, attraktiven, intelligenten, glücklich verheirateten Frau mit Kindern sofort anfängt den Haken zu suchen. „Die kann doch nicht glücklich sein, das ist doch alles nur Show.“ Oder: „Die wird doch sicherlich ihren Kindern nicht gerecht“. Oder: „Die Ehe ist doch mehr Schein als Sein und im Leben möchte ich nicht tauschen“.
Warum gönnen wir anderen Frauen nicht uneingeschränkt ihren Erfolg, ihr Leben, ihre Zukunft? Warum wollen wir immer ein Haar in der Suppe finden? Die Antwort ist wahrscheinlich ganz einfach: Weil wir uns selber besser fühlen wollen. Weil wir uns selber nicht eingestehen wollen, dass wir eigentlich neidisch sind. Weil wir tief im Inneren schwer beeindruckt sind, was diese Frauen leisten und Angst vor dem Vergleich mit uns selbst haben.
Männern gönnen wir alles. Wenn ein Mann mit seiner attraktiven Frau und seinen Kindern uns entgegen kommt und erzählt, dass er gerade befördert wurde, gratulieren wir und bewundern ihn. Denn wir sehen ihn nicht als Konkurrenz oder benchmark. Frauen hingegen beurteilen wir in erster Linie kritisch und suchen krampfhaft nach Fehlern und Schwächen.

Dann kam der Auftritt von Antonella Mei-Pochtler von der Boston Consulting Group in einer Podiumsdiskussion. Sie ist eine perfekte Mischung aus intelligent, witzig, charmant und unglaublich attraktiv.

Antonella Mei-Pochtler

Und das Beste an ihr: Sie ist schonungslos ehrlich.

“Women can get to the top, but do they want to go there”?
“Wenn Du als Frau Karriere machen möchtest, musst Du bereit sein, viel zu opfern.”

Sie hat nicht um den heißten Brei herumgeredet, sondern deutlich gesagt, dass der Mangel an weiblichen Führungskräften in Deutschland nicht nur daran liegt, dass Frauen keine Chance bekommen, sondern dass sie die Chance viel zu selten ergreifen (wollen). Weil sie merken, dass es „da oben“ ganz schön kalt und ungemütlich ist. Weil man seine Familie sehr wenig sieht. Weil man kaum noch Zeit für sich selbst hat. Und vor allem: weil man als Frau Alternativen hat, die ein Mann nicht hat.
In unserer Gesellschaft wird ein Mann nach wie vor hauptsächlich an seiner beruflichen Performance gemessen. Er ist erfolgreich und wird bewundert, wenn er im Job erfolgreich ist. Eine Frau hingegen hat neben der beruflichen Karriere Alternativen, um bewundert zu werden. Sie kann Mutter sein und sich um ihre Kinder kümmern. Sie kann eine perfekte Köchin sein. Sie kann einen wunderschönen Garten pflegen. Sie kann sich um ihre kranken Eltern kümmern. Und sie kann Karriere machen. Aber das ist eben nur eine Option neben vielen weiteren die sie hat.
Daher muss sie nicht Karriere machen.
Und sobald sie merkt, dass die Karriere immer mehr Zeit mit der Familie und Freunden frisst, entscheidet sie sich gegen einen weiteren Aufstieg und für mehr work-life balance.
Natürlich soll das nicht heißen, dass wir in Deutschland Chancengleichheit haben und dass jede Frau die Karriere machen möchte dieses auch darf. Natürlich gibt es die old-boys-networks, die „gläserne Decke“ und schlicht die Einstellung, dass man Frauen hohe Führungspositionen, gerade in der Wirtschaft, weniger zutraut als Männern. Aber es liegt eben auch an den Frauen selbst.

Silvana Koch-Mehrin war ebenfalls da und hat mir sehr gut gefallen. Sie hat eine sehr sympathische, unaufgeregte und klare Art und schafft es komplizierte oder festgefahrene Sachverhalte (wie z.B. die Frauenquote) sehr anschaulich zu erklären.

Silvana Koch-Mehrin

Sie hat sich eindeutig für die Frauenquote ausgesprochen und zwar aus zwei sehr nachvollziehbaren Gründen. Zum Einen hat sie gesagt, dass es in allen Bereichen der Wirtschaft und besonders in der Politik sehr viele unausgesprochene Quoten gibt. Da gibt es regionale Quoten in der Besetzung von Regierungen, Kabinetten und Arbeitsgruppen. Da gibt es Quoten der unterschiedlichen politischen Familien. Quoten der fachlichen Zusammensetzung von Ministerien. Aber immer wenn es zu einer Quote zur Ausgeglichenheit von Männern und Frauen kommt, schreien alle. Inklusive der Frauen. Sie ist also entweder dafür alle Quoten abzuschaffen (was in ihren Augen unmöglich ist). Oder einfach ganz unaufgeregt eine Frauenquote einzuführen. Ihr zweites Argument war, dass die Erkenntnis, dass mehr Frauen in Politik und Wirtschaft das Land entscheidend voranbringen würden, schon sehr lange da ist, aber es viel zu lange braucht und auch noch brauchen wird, wenn sich dieser Zustand „von alleine“ ändern soll. Die Quote würde einen längst akzeptierten Vorsatz endlich zum Leben erwecken und am Ende allen helfen. Denn Frauen in Führungspositionen zu befördern ist ein business case und kein Ausdruck des Mitleids.

Doris Dörrie sprach über „how to cook your life“. Darunter konnte ich mir erst nichts vorstellen und hätte auch nie gedacht, dass es einer der besten Auftritte des gesamten Kongresses werden würde.
War es aber. Sie hat mich unheimlich beeindruckt und den Nagel bei mehreren Punkten genau auf den Kopf getroffen!

Doris Dörrie

Einer ihrer Kernsätze war (er hängt übrigens schon als reminder an meinem Laptop und am Kühlschrank und am Spiegel im Badezimmer): Das Gras wächst auch ohne mich.
In ihren Augen, wollen Frauen immer alles managen. Ihren Mann, ihre Kinder, ihre Eltern, ihre Freunde, den Haushalt, den Job, die Kollegen, alles. Sie fühlen sich für alles und jeden verantwortlich und wachen bereits morgens mit der latenten Panik auf, dass sie versagen werden. Weil sie sich viel zu viel aufladen. Und erschwerend kommt hinzu, dass das eigentlich niemand in der Form von ihnen erwartet, sondern sie sich den Druck komplett selber machen. Erstaunlicherweise ist das private und berufliche Umfeld genauso glücklich, wenn mal ein Zahnarzttermin vergessen wurde, eine Präsentation erst eine halbe Stunde später erstellt wird oder der Blumenstrauß zum Geburtstag der Großtante einfach mal nicht rechtzeitig ankommt. Und plötzlich gelangt man zu der Erkenntnis: Das Gras wächst auch ohne mich. Und die kann sehr befreiend sein.
Denn auch ich verfalle ständig dem eigen auferlegten Druck alles perfekt managen zu wollen. Statt Geburtsanzeigen für meinen zweiten Sohn im Internet zu drucken, schreibe ich sie alle mit der Hand. Statt das Haus mal zwei Stunden im Chaos versinken zu lassen, räume ich lieber alles während des Mittagsschlafs unseres 5-wochen-alten Sohnes auf. So wacht er dann rechtzeitig auf, wenn alles sauber ist und ich habe mich nicht erholt. Und statt einfach mal einen Sonntag zu Hause zu bleiben, verabrede ich mich und meine Familie mit Freunden und Verwandten, damit wir uns auch bloß nicht erholen. Und seit Doris Dörrie ist mir jetzt sehr bewusst: Meine Freunde und Familie hätten sich auch über gedruckte Geburtsanzeigen gefreut bzw. sie hätten den Unterschied gar nicht bemerkt. Zwei Stunden Chaos bei uns zu Hause stört auch niemanden außer mir selbst. Und ein Sonntag zu Hause macht meine Familie sogar glücklicher als das ständige Hetzen von einem Treffen zum nächsten.

Der DLD Women war natürlich noch viel mehr als das, was ich hier zusammengefasst habe. Aber er war für mich in erster Linie mehr als nur ein Business-Networking-Kongress, sondern hat mich wirklich um einige wichtige Erkenntnisse reicher gemacht.

Panini-Fieber

Sonntag, 16. Mai 2010

Die Fußball-WM naht und meine Sammel-Sucht nach Panini-Bildchen ist wieder ausgebrochen. Pünktlich zum Muttertag habe ich das Album plus ca. fünfzig Päckchen von meinen drei Jungs geschenkt bekommen und habe nun nach drei durchgeklebten Abenden Arthrose in der rechten Hand. Aber ich scheue keine Schmerzen und Mühen, denn ich habe einen Ruf zu verlieren.

Vor vier Jahren bei der WM in Deutschland habe ich nämlich auch gesammelt – fanatisch könnte man sagen. Da bin ich sogar zu Panini-Tauschabenden in Kneipen gegangen und habe es mit meinem vollständigen Heft in die WELT KOMPAKT geschafft. Total männlich!

Panini-Queen

Dieses Mal möchte ich das natürlich auch wieder schaffen.

Also liebe WELT KOMPAKT: Wenn Du das hier liest, dann bitte bitte denk an mich, wenn Du wieder einen Artikel über Panini-Bildchen schreibst. Ich verspreche dann auch hoch und heilig ein intelligenteres Zitat als beim letzten Mal zu bringen: „Wenn dieses Album voll ist, stelle ich es ins Regal und freue mich“.

Wie unheimlich geistreich und tiefgründig.

Henry Alexander

Donnerstag, 6. Mai 2010

Nachdem ich die Geburt meines zweiten Sohnes ja förmlich noch aus dem OP-Saal getwittert und gefacebookt habe, müsstet Ihr es jetzt eigentlich Alle schon drei Mal wissen. Unser Baby ist da!
Henry Alexander wurde am 30.04.2010 mit einem Wonneproppen-Gewicht von 4,2kg geboren und ist damit rund und gesund!

Henry Alexander

Nach sechs Tagen sind wir von Normalität zwar noch weit entfernt, aber es ist doch erstaunlich wie schnell man sich nicht mehr vorstellen kann, mal zu Dritt gewesen zu sein.

Winziges Glück

Mir sind sowohl im übertragenden als auch im kilomäßigen Sinne nach der Geburt einige Steine vom Herzen gefallen und ich bin einfach nur glücklich, dass der Kleine gesund auf der Welt ist.

Auf dem Weg nach Hause!

Und noch glücklicher bin ich, dass Lutz auch wirklich der Vater unseres zweiten Kindes ist. Es kann nämlich auch ganz anders sein, wie nachfolgende Geschichte schildert, die wirklich lesenswert ist! Ich zumindest musste eben so sehr lachen!

A married couple went to the hospital to have their baby delivered.
Upon their arrival, the doctor said that the hospital was testing an
amazing new high-tech machine that would transfer a portion of the
mother’s labour pain to the baby’s father.
He asked if they were interested, Both said they were very much in favour of it.

The doctor set the pain transfer to 10 percent for starters, explaining that
even 10 percent was probably more pain than the father had ever experienced before.
But as the labour progressed, the husband felt fine and asked the doctor to go
ahead and kick it up a notch.
The doctor then adjusted the machine to 20 percent pain transfer..

The husband was still feeling fine. The doctor then checked the husband’s blood
pressure and was amazed at how well he was doing.

At this point they decided to try for 50 percent. The husband continued to feel quite well. Since the pain transfer was obviously helping the wife considerably,
the husband encouraged the doctor to transfer ALL the pain to him.
The wife delivered a healthy baby with virtually no pain,
and the husband had experienced none.
She and her husband were ecstatic.

When they got home they found the postman dead on the porch.

Endspurt – wake me when it´s over!

Dienstag, 27. April 2010

Das dicke Ende!

So! Das wird jetzt mal so ein richtig nörgeliger, anstrengender und vor-Selbstmitleid-zerfließender Blogpost. Ich schöpfe mal so richtig aus den Vollen bevor ich dann in ein paar Wochen wieder viel zu fröhlich, euphorisch und gut gelaunt für diese Welt bin.

Die Ausgangslage ist die folgende:
Der Stichtag von Baby No. 2 war gestern. Und jede Frau da draußen, die schon mal den Stichtag passiert hat, ohne dass das Kind auf der Welt ist, die weiß in welchem pränatalem depressiven Delirium ich mich gerade befinde – und jeder Mann einer solchen Frau auch.

Es ist wie im Zug sitzen, in den Hamburger Hauptbahnhof einlaufen und kurz bevor man das Gleis erreicht bleibt der Zug stehen. Die Türen bleiben geschlossen und der Schaffner sagt durch, dass die Einfahrt in den Bahnhof auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Dann fügt er noch hinzu, dass sich die Weiterfahrt um zehn Minuten oder zwei Wochen verzögern kann, das könne man noch nicht so genau sagen. Und er sagt noch, dass man sich doch bitte gedulden möge. Ach ja – und er entschuldigt sich natürlich noch für die Unannehmlichkeiten.

Wieso entschuldigt sich eigentlich bei mir keiner?

Nicht nur, dass ich wie die armen Menschen in dem Zug gerade auf unbestimmte Zeit vertröstet werde. Nein, ich muss diesen Wartezustand auch noch gekleidet in XXL-Zelten, mit Doppelkinn, Wasser in Armen, Beinen und Füßen und einem Bauch von hier bis zum Pluto und zurück ertragen. Und keiner entschuldigt sich!

Baby im Bauch bekommt nichts von meinem Leid hier draußen mit, sondern findet es herrlich, dass es so viel Platz hat und Essen rund um die Uhr ohne Anstrengung zum Nulltarif bekommt. Nur um dann auch richtig ausgeschlafen auf die Welt zu kommen. Toll.

John ist noch zu klein, um meinen Zustand zur Kenntnis zu nehmen und kommentiert ihn nur regelmäßig mit „Oh Mami dick“. Super!

Mein Mann heuchelt Mitleid, genießt aber heimlich die Ruhe vor dem Sturm und ist dankbar für jede Nacht, die er noch durchschlafen kann. Und findet mich in diesem Zustand natürlich angeblich so unglaublich unwiderstehlich. Yeah, right.

Und ich selber übe mich im hardcore-Verdrängen und reagiere auf diese Ungewissheit mit blindem Aktionismus und exzessivem Nestbau-Wahn.
Der Aktionismus zeichnet sich aus durch das komplette Durchbuchen eines Tages mit allen möglichen Terminen, die die Welt nicht braucht: So gehe ich morgen einfach mal zum Friseur. Nur um einen weiteren Termin im Kalender zu haben. Ist auch total sinnvoll, dass ich dorthin gehe, denn im Kreißsaal habe ich natürlich riesengroße Vorteile, wenn ich da topgestylt reingetragen, geschoben oder gerollt werde.

Der akute Nestbau-Wahnsinn ist seinerseits geprägt von Anschaffungen, Dekorationen, Montagen und Reparaturen jeglicher Art, die erstens kaum jemandem auffallen geschweige denn in irgendeiner Form nötig gewesen wären. Denn alles was wirklich wichtig ist, habe ich natürlich längst gekauft oder erledigt.
So kümmere ich mich zurzeit um Anschaffungen wie „Sonnenschutz für die Kinder für das Auto meines Mannes kaufen, in dem die Kinder niemals sitzen werden, da dort überhaupt keine Kindersitze sind“. Oder ich mache Lebensmittel-Hamsterkäufe als ob ab morgen ein Jahr lang Feiertag wäre. Wenn es jetzt schon irgendwo Stollen und Zimtsterne zu kaufen gäbe, seid sicher, ich hätte sie gekauft. Man kann ja nie wissen.

Was aber als Trost am Ende des Tages bleibt ist Mutter Natur. Denn die hat es ja Gott sei Dank so eingerichtet, dass ab der Geburt von Baby wahre Endorphin-Ströme in mir herum fließen und ich Aphrodisiaka und Glückshormone produziere, die die Erotik-Industrie nur so erblassen lassen.
Und plötzlich sind all diese Qualen vergessen, alles ist nur noch schön, das Glück perfekt, das Aussehen egal und die Welt bleibt stehen.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr ich mir diesen Zustand gerade wünsche :-)