Archiv für August 2010

Unternehmensführung 2.0 – was ich von Zappos lerne

Sonntag, 29. August 2010

Dass ich Urlaub hatte, merke ich immer in erster Linie an der Anzahl gelesener Bücher. Denn im wirklichen Leben komme ich viel zu wenig dazu.

Fünf Bücher waren es dieses Mal.
Und besonders das Zappos-Buch „delivering happiness“ hat mich sehr beeindruckt.
Und bei mir einen ähnlichen Aha-Effekt ausgelöst wie vor ein paar Jahren die Starbucks-Story „pour your heart into it“.

Was kann und sollte man von Zappos lernen?

Hier meine persönlichen Top-five, die ich aus dem Buch abgeleitet habe:

1. Kundenservice ist kein notwendiges Übel, sondern der beste USP, den sich ein Unternehmen aussuchen kann
2. Ein gutes Produkt wird erst durch das Herzblut der Mitarbeiter zu einem echten Erfolg
3. Ein Unternehmen kann durch eine ehrliche und offene Kommunikation nach innen und außen nur gewinnen
4. Jedes Unternehmen braucht eine einzigartige Unternehmenskultur, die von Mitarbeitern und Führungskräften gleichermaßen gelebt wird
5. Das Büro eines Unternehmens ist viel mehr als nur ein Arbeitsplatz

Mal schauen, wann ich die Gelegenheit bekomme, diese Erkenntnisse selbst auf ein Unternehmen anwenden zu können :-)

Bielefeld – Warum eine Stadt partout nicht existieren möchte

Dienstag, 24. August 2010

Ich bin Bielefelderin.

Zwar nicht gebürtig aber aus Überzeugung.

Weil ich da aufgewachsen bin. Und weil ich die Stadt liebe.

Für mich sprüht Bielefeld vor Unternehmergeist. Die Stadt ist ein Inbegriff von privatem Engagement und Gestaltungswille. Viele Familienunternehmen und viel Mittelstand prägen die wirtschaftliche Landschaft und engagieren sich mit viel Zeit und Geld dafür, die Stadt zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und einem lebenswerten privaten Umfeld zu machen. Nirgendwo kann man so viel bewegen. Nirgendwo findet man so viele aufgeschlossene, tüchtige und bodenständige Menschen. Ok, ich übertreibe. Aber ich finde die Stadt wirklich toll!

Seit ich denken kann werbe ich für die Stadt.

Und das ist nicht einfach und bitter nötig. Denn die externen Reaktionen auf Bielefeld sind alles andere als positiv.

Die Stadt tut auch wirklich wenig, um ihre Kritiker zu besänftigen. Es gibt keinen eigenen Flugplatz, kein einziges ordentliches Hotel. Aufgrund der schlechten Autobahn- und Zugverbindung kommt dort keiner zufällig vorbei. Und die Bielefeld-Verschwörung tut ihr übriges, um immer wieder zu hinterfragen, ob es diese Stadt überhaupt gibt.

Nun hat diese unterschätzte und wenig geliebte Stadt durch Google Streetview das einmalige Glück, dass ganz Deutschland erfahren hat, dass Bielefeld zu den zwanzig größten und wichtigsten Städten Deutschlands gehört. Statt das als Kompliment zu sehen und es medial zu nutzen, um die Attraktivität der Stadt und Region zu steigern, beschließt unsere Lokalpolitik und allen voran unser Oberbürgermeister, alle öffentlichen Gebäude in Bielefeld auf Google Street View schwärzen zu lassen.

Well done!
Nach dem Motto: Wenn ich von etwas nichts verstehe, bin ich dagegen.

Eigentlich erstaunlich, dass nicht gleich auch alle Postkarten, Kalender, Fotos und Bildbände, die man über Bielefeld kaufen kann, verboten und vernichtet werden. Da sieht man nämlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt hochaufgelöst und mit Untertitel. Wie schrecklich!
Da hat man eine Website der Stadt mit einem link „Panoramablick“. Dort kann man sich Bielefeld aus der Kamera-Perspektive ansehen. Man kann sich auf Google Earth und Google Maps jedes Haus aus der Luft ansehen.
Aber bitte nicht Google Streetview für öffentliche Gebäude. Bitte nicht!

„Wir setzen Bielefeld in Szene“ heißt das Motto der Stadtmarketing-Initiative Bielefelds.

Auf unseren Stadtrat passt in diesem Fall besser “Wir machen eine Szene”.