Archiv für Dezember 2009

Meine Branche…

Donnerstag, 10. Dezember 2009

…unglaublich komisch und erschreckend nah an der Realität.

Der kleine Blumenladen mit Herz

Montag, 7. Dezember 2009

Gerade habe ich auf Sachar´s Blog über die Rettungsaktion des „kleinen Blumenladens mit Herz“ in Berlin gelesen. Und das hat mich sehr bewegt. Nicht, weil ich den Blumenladen oder den Besitzer kenne. Nicht, weil ich in Berlin lebe und dort regelmäßig einkaufe.

Sondern, weil mein Herz schlägt für echte Unternehmer. Für Menschen, die mit ihrem eigenen Geld etwas aufbauen, an das sie glauben. Für Menschen, die mit Herzblut ein kleines Geschäft betreiben, selber dort jeden Tag stehen, keinen oder einen Angestellten haben und jeden Morgen mit echter Verantwortung aufwachen und einschlafen. Die auf Urlaube und Freizeit verzichten und ihre Kunden mit Respekt behandeln. Bei denen man als Kunde noch König ist und deren Geschäfte eine Menschlichkeit, Identifikation und Energie ausstrahlen, die man heute nur noch sehr selten erlebt. Wo man ohne Weiteres bereit ist mehr Geld auszugeben, weil man noch wirkliche Qualität und Dienstleistung bekommt.

Solche Menschen und Geschäfte werden immer weniger, wie Sachar richtig sagt. Die Innenstädte rund um die Welt werden vereinheitlicht. In Deutschland sieht jede Fußgängerzone gleich aus. Kamps neben Tchibo, neben Nordsee, neben Vapiano, neben Hägen Dasz, neben Bijou Brigitte, neben H&M, neben Zara, neben Esprit…ich könnte unendlich so weiter machen und dennoch würde niemand wissen, ob ich über Hamburg, Berlin oder München spreche. Erst wenn ich Geschäfte wie Pyjama Royal am Eppendorfer Baum, Sweet dreams im Lehmweg oder die kleine Konditorei in Eimsbüttel nenne, wissen Menschen, dass ich von Hamburg spreche. Denn diese Läden gibt es nicht in anderen Städten. Sie prägen das Bild unserer Stadtteile, sind etwas Besonderes. Sie sind die Oasen, die man sich sucht, wenn man sich etwas Gutes tun möchte und nicht in der Großstadt-Anonymität untergehen möchte. Dort wird man wiedererkannt, herzlich begrüßt und gewertschätzt.

Solche Geschäfte sollen auch meine Kinder noch kennenlernen.

Und deshalb ist Sachars Aktion so unheimlich wichtig. Sie hält den Scheinwerfer auf einen kleinen Blumenladen, der sonst sehr wenig vom Licht der Öffentlichkeit bekommt.

Seit Wochen denke ich darüber nach, was ich meinem Mann zu Weihnachten schenken möchte. Seit Wochen fällt mir nichts ein, womit ich ihm eine wirkliche Freude machen kann, da wir – und wenn es noch so kitschig klingt – wunschlos glücklich sind. Ich hätte ihm bestimmt aus Tradition ein Geschenk gekauft und er hätte sich bestimmt auch gefreut. Aber es wäre wahrscheinlich nicht in bleibender Erinnerung geblieben.

Ohne mit ihm gesprochen zu haben, weiß ich, dass er sich über das Überleben eines kleinen Ladens mit Herz viel mehr freuen würde als über den 10. technical device oder dass 100. Buch. Und die Rettung würde ihm in Erinnerung bleiben. Wir würden wahrscheinlich bei unserem nächsten Berlin-Besuch gemeinsam zu dem Blumenladen hinfahren. Nicht, um die großen Retter zu spielen (denn ich glaube zu 100% an eine Rettung), nicht, um dem Besitzer mitleidig einen Strauß abzukaufen.  Sondern weil wir beide die Atmosphäre in solchen Läden lieben. Sonntags Linzertorte bei Sweet dreams zu kaufen und am Wochenende im Bademantel von Pyjama Royal auf dem Sofa zu liegen sind besondere Momente in unserem Leben, welches ansonsten sehr durch Stress, Hektik und Alltag geprägt ist. Wir beide lieben den kleinen Buchladen von William Thacker (Hugh Grant) oder die kleine Buchhandlung von Kathleen Kelly (Meg Ryan) in  „Notting Hill“ und „Email für Dich“. Da sind wir einfach hoffnungslos romantisch. Und genau diese Romantik geben uns im wirklichen Leben diese kleinen Läden.

Deshalb habe ich gerade beschlossen (ohne meinen Mann zu fragen und auf die Gefahr hin, dass er sein Weihnachtsgeschenk in den nächsten Stunden online liest), meinem Mann dieses Jahr eine Spende für den kleinen Blumenladen in Berlin zu schenken.

Und mein größter Wunsch wäre es, dass dieses ein Geschenk wird das bleibt. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Mein größter Weihnachtswunsch: Zeit

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ihr werdet Euch vielleicht fragen, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe. Zu Recht. Die Antwort ist: Weil ich keine Zeit habe.

Deswegen wäre meine Lieblingsantwort auf die Frage „Was wünscht Du Dir zu Weihnachten“: Zeit.

Stellt Euch bitte mal vor, man könnte Zeit kaufen. So wie es Klimazertifikate gibt, um sich mehr CO2-Ausstoss zu kaufen, so könnte man sich Zeit kaufen. Was würde ich für ein Schweinegeld ausgeben!

Ich würde mir jede Woche ein Wochenende dazukaufen und jeden Abend noch 3-4 Stunden Freizeit. Außerdem wahrscheinlich jede Nacht 2 Stunden. Kann dafür nicht mal irgendwer ein Startup gründen? Das kann doch nicht so schwer sein.

Oder kann man das vielleicht viel besser auf politischer Ebene regeln. Wir ändern einfach die Verfassung und beschließen, dass die Tage in Zukunft 30 Stunden haben. Die Tages- und Nachtzeiten entsprechend anzupassen, sollte doch dann für die Wissenschaftler kein Problem sein. Bzgl. Sommer- und Winterverschiebung müssen wir uns eh keine Gedanken machen, das regelt die globale Klimaerwärmung von alleine. Klar ist, dass die Arbeitszeit sich natürlich nicht erhöhen darf. Und das Leben verlängert sich auch entsprechend, dafür wird die Gentechnologie sorgen. Es ist also eigentlich alles geregelt. Frau Merkel muss einfach nur den Mut haben, die Erhöhung der Tageszeit auf 30 Stunden zu verkünden. Menschen könnten in 30 Stunden auch mehr Geld ausgeben, zumindest wenn die Ladenöffnungszeiten entsprechend angepasst würden. Dann hätten wir auch kein Konsumproblem mehr und die Sparquote würde sinken. Es hätte einfach nur Vorteile. Ich wäre bereit einen Volksentscheid in die Wege zu leiten. Würdet Ihr unterschreiben?

P.S. Elli Michler hat die Notwendigkeit von Zeit schon im letzten Jahrtausend erkannt und sehr gut zusammengefasst. Jetzt ist es endlich Zeit auch zu handeln!

Zeit um zu leben

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freu’n und zu lachen

und wenn du sie nutzt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben

Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen

und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,

es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche Dir: Zeit um zu leben